Untergewicht: Ursachen, Folgen und was du tun kannst
Andere beneiden dich um deine Figur, aber du fühlst dich zu dünn? Untergewicht wird oft unterschätzt. Es ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern kann auch die Gesundheit belasten.
Hier erfährst du, ab wann man von Untergewicht spricht, welche Ursachen häufig dahinterstecken, wann du ärztlichen Rat brauchst und wie du gesund zunimmst.
Das Wichtigste in Kürze
- Grenze: Bei Erwachsenen spricht die WHO ab einem BMI unter 18,5 von Untergewicht.
- Ursachen: Veranlagung, hoher Verbrauch und kleiner Appetit sind häufig. Auch Erkrankungen können dahinterstecken.
- Ärztlich abklären: bei ungewolltem Gewichtsverlust, sehr niedrigem BMI oder Beschwerden.
- Gesund zunehmen: mit einem moderaten Kalorienüberschuss, genug Protein und Krafttraining.
Navigation
- Ab wann ist man untergewichtig?
- Ursachen: warum manche zu wenig wiegen
- Folgen von Untergewicht
- Arzt: wann du Hilfe suchen solltest
- Zunehmen: so gehst du vor
- Häufige Fragen zu Untergewicht
Ab wann ist man untergewichtig?
Der Body-Mass-Index (BMI) ist das Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Erwachsene so ein:
- unter 16,0|starkes Untergewicht
- 16,0 – 16,9|mäßiges Untergewicht
- 17,0 – 18,4|leichtes Untergewicht
- 18,5 – 24,9|Normalgewicht
Beispiel: Bei 1,80 m und 58 kg liegt der BMI bei etwa 17,9. Deinen Wert berechnest du mit unserem BMI-Rechner für Untergewicht. Der BMI ist nur ein Richtwert. Er unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett und gilt für Kinder, Jugendliche, Schwangere und ältere Menschen nur eingeschränkt.
Ursachen: warum manche zu wenig wiegen
Häufige, meist harmlose Gründe
- Veranlagung: Manche Menschen sind von Natur aus schmal gebaut und haben einen hohen Grundumsatz.
- Hoher Verbrauch: viel Bewegung im Alltag, körperliche Arbeit oder viel Ausdauersport.
- Kleiner Appetit: schnelles Sättigungsgefühl und unregelmäßige Mahlzeiten.
- Stress: Belastung im Job oder Studium dämpft bei vielen den Appetit.
Gründe, die ärztlich abgeklärt werden sollten
- Erkrankungen der Schilddrüse, etwa eine Überfunktion
- Erkrankungen des Verdauungstrakts, zum Beispiel Zöliakie oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Diabetes, Infektionen oder andere chronische Erkrankungen
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Essstörungen
Wichtig: Wenn Essen für dich mit Angst, Druck oder Schuldgefühlen verbunden ist, sprich bitte mit deiner Hausarztpraxis oder einer Beratungsstelle für Essstörungen. Dieser Artikel und unsere Produkte sind dafür nicht gedacht.
Folgen von Untergewicht
Leichtes Untergewicht bei gesunden, aktiven Menschen ist oft unproblematisch. Bei deutlichem oder länger anhaltendem Untergewicht können jedoch Probleme auftreten:
- Müdigkeit und geringere Leistungsfähigkeit
- Nährstoffmängel, zum Beispiel an Eisen, Calcium oder Vitaminen
- höhere Anfälligkeit für Infekte
- langfristig geringere Knochendichte
- bei Frauen Zyklusstörungen
- Frösteln und wenig Kraftreserven
Arzt: wann du Hilfe suchen solltest
- Du verlierst ohne erkennbaren Grund Gewicht.
- Dein BMI liegt deutlich unter 18,5.
- Du hast dauerhaft keinen Appetit, Bauchschmerzen, Durchfall oder bist ständig müde.
- Du nimmst trotz nachweislich hohem Kalorienüberschuss nicht zu.
Bei einer ärztlichen Untersuchung lassen sich viele Ursachen mit Blutwerten und einem Gespräch schnell eingrenzen.
Zunehmen: so gehst du vor

Ist alles abgeklärt und du bist gesund, kannst du gezielt zunehmen. Die Grundregeln:
- Kalorienüberschuss|300 bis 500 kcal pro Tag über dem Bedarf
- Protein|1,2 bis 1,6 g pro kg Körpergewicht bei Krafttraining
- Mahlzeiten|fünf bis sechs pro Tag, feste Zeiten
- Training|zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche
- Tempo|0,25 bis 0,5 kg pro Woche
Schritt für Schritt mit Beispieltag erklären wir das in unserem Ratgeber Gesund zunehmen. Wenn du schnell satt wirst, helfen energiedichte Lebensmittel und flüssige Kalorien, etwa ein Zunehm-Shake.
Häufige Fragen zu Untergewicht
Ist Untergewicht gefährlich?
Leichtes Untergewicht bei gesunden Menschen ist oft unbedenklich. Deutliches oder ungewolltes Untergewicht sollte ärztlich abgeklärt werden, weil es auf Erkrankungen hinweisen oder zu Nährstoffmängeln führen kann.
Ab welchem Gewicht ist man bei 1,70 m untergewichtig?
Bei 1,70 m liegt die Grenze von BMI 18,5 bei etwa 53,5 kg. Darunter spricht man bei Erwachsenen von Untergewicht.
Kann man Untergewicht vererben?
Die Veranlagung für einen schmalen Körperbau und einen hohen Grundumsatz ist zum Teil erblich. Trotzdem kannst du mit Ernährung und Training zunehmen. Mehr dazu in Hardgainer.
Wie schnell sollte ich bei Untergewicht zunehmen?
Ein gesundes Tempo liegt bei etwa 0,25 bis 0,5 kg pro Woche. Mehr dazu in Schnell zunehmen.
Fazit
Untergewicht beginnt bei Erwachsenen unter einem BMI von 18,5. Meist stecken Veranlagung, hoher Verbrauch oder kleiner Appetit dahinter, manchmal aber auch Erkrankungen. Lass ungewollten Gewichtsverlust deshalb immer ärztlich abklären. Bist du gesund, nimmst du mit einem moderaten Überschuss, genug Protein und Krafttraining zu.
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei ungewolltem Gewichtsverlust, starkem Untergewicht oder Vorerkrankungen sprich bitte zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Body-Mass-Index-Klassifikation für Erwachsene.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
- Apotheken Umschau: Untergewicht – Ursachen und Behandlung.
- gesund.bund.de: Informationen zu Essstörungen.